Buch: Things. Places. Years. Das Wissen Jüdischer Frauen
Die
Dokumentation "Things. Places. Years" versammelt Interviews mit
jüdischen Frauen, die als Kinder oder Jugendliche aus dem nationalsozialistischen
Wien nach London flüchten konnten, sowie von Frauen aus der zweiten und
dritten Generation der Emigrantinnen. In den Gesprächen zeigt sich, wie
die Erfahrung der Flucht und Emigration von Generation zu Generation weitergegeben
wird und bis heute im Leben jüdischer Frauen nachwirkt.
Zentraler Begriff ist die "Presence of the Absence" (Katherine Klinger),
die für die unterschiedlichen Generationen und Gruppen unterschiedliche
Bedeutungen aufweist: Für die jüdischen Emigrantinnen und deren
Nachkommen die Präsenz des Verlustes von geliebten Menschen, der Familie,
der Heimat, der Muttersprache - aber zugleich auch für die Nachkommen
der Täter- und Mitläufergesellschaft die Auseinandersetzung mit
der "Vergangenheit in der Gegenwart" (Ulf Wuggenig) und damit die
Arbeit gegen den alten und neuen Antisemitismus und Rassismus, mit dem JüdInnen
und MigrantInnen in Österreich heute zunehmend konfrontiert sind.
