Klub Zwei

Claudia Mongini

Physics today: Lise Meitners Maschine, 2005

Rauminstallation, Stahl, Plexiglas, Prints, Video

Ausgangspunkt meiner Arbeit ist das Leben und Schaffen der Physikerin Lise Meitner, eine der ersten Frauen die, im deutsch-sprachigen Bereich, eine Karriere an der Universität antrat. Insbesondere versuche ich einige Verflechtungen zwischen ihrer Biographie, ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit, sowie dem soziopolitischen Kontext in dem sie lebte, ästhetisch zu re-konstruieren.Die Analyse der Semiotik der Abbildungen einer Fachzeitung (Physics Today), deutet auf Meitners im Schatten gebliebenen Position im Vergleich zu ihrem langjährigen Kollegen Otto Hahn. Trotz der Präsenz, innerhalb der Zeitschrift, von zwei Artikeln über Frauenpositionen in der Physik (in dem einen erzählt L. Meitner über ihre Position als Frau in der Wissenschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der andere befasst sich mit der Rolle der Physikerin in den 60er Jahren), ist die männliche Dominanz innerhalb des Gebietes, bis in die (oder gerade in der) Werbung deutlich wahrnehmbar. Diese Feststellung führte zur Anfertigung einer selbst gestalteten „fake“ Physics Today Zeitschrift. Darin habe ich ausgewählte dokumentarische Einblicke über Meitners Leben, ihre Beziehung zur Wissenschaft und Aspekte ihres Werkes, die mein Interesse fürs Thema geweckt haben, eingefügt. Indem ich diese eher wissenschaftlichen Aspekte in die künstlerische Arbeit einbeziehe, verstehe ich die Komplexität der theoretischen Fragestellungen nicht als eine Beilage zur künstlerischen Installation, sondern als deren konstitutiven Anteil. (Claudia Mongini)

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