Bildhauerei Böcklinstraße / Kurzbauergasse
Zur Baugeschichte des Bildhauergebäudes: Über lange Jahre befanden sich die Bildhauerschulen am Landstraßer Gürtel neben dem Oberen Belvedere. 1910 wurde vom Obersthofmeisteramt die Rückgabe der Gründe verlangt, weshalb dringend Abhilfe zu schaffen war. Diese fand sich auf den heute noch dafür genutzten Grundstücken Böcklinstraße/Kurzbauergasse. Die Pläne selbst wurden in aller Eile vom k.k. Ministerium für öffentliche Arbeiten erstellt und im kurzen Wege im Jahre 1912 sofort umgesetzt. Ein Architekt war dazu nicht beigezogen worden. Bemerkenswert ist vor allem, dass der Baubeginn und die Inbetriebnahme des größten Teiles der Anlage ins gleiche Jahr fällt. (Ferdinand Gutschi)
Das Relief von Edmund Hellmer wurde von Josef Müllner angefertigt. Edmund Hellmer war von 1902-1922 Professor an der Akademie. Josef Müllner wurde sein langjähriger Nachfolger (1922-1948) und ist auf diesem Relief abgebildet. Interessanterweise wurden nur diese beiden Professoren auf diese Art "verewigt".
Professuren für Bildhauerei seit 1910:
Edmund Hellmer (1902-1922) und Hans Bitterlich (1910-1931)
Josef Müllner (1922-1948) und Anton Hanak (1932-1934), Albert Bechtold (1934-1938), Fritz Behn (1939-1945), Fritz Wotruba (1945-1975)
Joannis Avramidis (1975-1992) und Franz Santifaller (1948-1953), Hans Andre (1954-1967), F. Welz (1977-1977)
Bruno Gironcoli (1977-2004) und Joannis Avramidis (s.o.), Michelangelo Pistoletto (1992-2000), Heimo Zobernig (seit 2001), Monica Bonvicini (seit 2004), Manfred Pernice (2005-2009), Pavel Althammer (2009-2011)
Die Reliefs waren bis in das Jahr 2001 Bestandteil des Bildhauerei-Gebäudes im Wiener Prater. Sie wurden zum Ausgangspunkt einer Untersuchung der Studierenden von Heimo Zobernig zur Geschichte der Akademie. Die Reliefs wurden schließlich der Glyptothek übergeben und befinden sich jetzt dort in Kisten verpackt.