Klub Zwei

Karl Lueger

Denkmal am Karl-Lueger-Ring von Josef Müllner, eines der vielen Wiener Beispiele, wie an einen Antisemiten erinnert wird – ohne ihn als solchen auszuweisen.

Die TU Graz veröffentlichte diesen sehr ambivalenten Lebenslauf:

Lueger, Karl, * 24. 10. 1844 Wien, † 10. 3. 1910 ebenda, Jurist und Politiker (CS); Sohn eines Saaldieners am Wiener Polytechnikum. 1874-96 Rechtsanwalt in Wien, 1875/76 und 1878-1910 Mitglied des Wiener Gemeinderats, ab 1885 Abgeordneter zum Reichsrat, ab 1890 Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag, 1895 und 1896/97 Vizebürgermeister, 1897-1910 Bürgermeister von Wien. Kam vom Liberalismus, schloss sich im Gemeinderat den Demokraten an, bis er, das Gedankengut K. von Vogelsangs aufgreifend, Gründer der Christlichsozialen Partei wurde. Von dieser Massenpartei getragen, bekämpfte er den Liberalismus, dessen Presse ihn stark anfeindete. Er war ein faszinierender Redner und "Volkstribun" mit starkem Charisma. In der Auseinandersetzung mit seinen politischen Gegnern bediente er sich häufig des Antisemitismus, den er als Mittel zum Zweck betrachtete. Sein Einsatz galt besonders dem gewerblichen Mittelstand. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister bekämpfte er die Sozialdemokraten, aber auch die radikalen deutschnationalen Strömungen. In der Kommunalpolitik wurde zu seiner Zeit Großes geleistet (Gas- und Elektrizitätsversorgung, Wald- und Wiesengürtel, 2. Hochquellenleitung, soziale Fürsorge, Verkehrsbetriebe). Er erreichte damit hohe Popularität und Anerkennung.