Klub Zwei

Karl Lueger

Arthur Schnitzler

Intergenerationelle Fragestellungen / Institutionelle Tradierung

Wen stellen die Halbreliefs im Gebäude der Bildhauerei dar? Viele fragen erst, als sie nicht mehr da sind: Was war hier vorher? Eine Frage, die eine Auseinandersetzung mit der Ge-schichte der Akademie, aber auch mit Wien auslöst: Wem wurden Denkmäler gesetzt? Welche Denkmäler bestehen unhinterfragt weiter, wie etwa jenes des Antisemiten Karl Lueger? Wie sieht ein angemessener Umgang mit der NS Geschichte aus? Ein Umgang, der die Verbrechen weder verbirgt oder verharmlost, noch sie auf ästhetisch-symbo-lischer Ebene wiederholt? Im “Gedankenjahr 2005” wirft die Beschäftigung mit der Vergangenheit in der Gegenwart auch persönliche, intergenerationelle Frage-stellungen auf: Welchen Einfluss hat die Vergangenheit der Großeltern auf das Leben ihrer Kinder und Enkel? Wie gestaltet sich der familiale Dialog über die Familienvergangen-heit in der Nazi-Zeit in Familien von Nazi-Tätern, Täterinnen und MitläuferInnen?  Wie unterscheidet sich der Dialog über die Familienvergangenheit und über die Shoah in Familien von Tätern, Täterinnen und in Familien von Verfolgten? Arbeiten von Studierenden und Lehrenden werden vorgestellt und diskutiert.

Simone Bader, Ankündigung zum Habilitationsvortrag