2010/2011

Liebe Geschichte / Love History

Filmfestivals: DocAviv 2011, Filmwoche Duisburg 2010, VISIONS DU REEL 2010- Festival international de cinema, Nyon, CH; Diagonale 2010, Graz

»Liebe Geschichte« von 4.-17. März im Stadtkino am Schwarzenbergplatz, von 18.-31. März im Filmhauskino am Spittelberg, 17.30h, 19.30h und 21.30h

Fotos: Patricia Reschenbach, Klub Zwei

Veranstaltungen:

»Liebe Geschichte« im Gespräch
Zwei synema-Abende mit Film und Diskussion
Stadtkino, Schwarzenbergplatz 7-8, 1030 Wien

Samstag, 5. März 2011, 19:30 Uhr »Liebe Geschichte« im Gespräch I »Menschen, öffentlicher Raum oder die Kameraarbeit zwischen Sprache und Architektur«
Sophie Maintigneux und Michael Loebenstein
im Anschluss an die Filmvorführung

Donnerstag, 10. März 2011, 19:30 Uhr »Liebe Geschichte« im Gespräch II »Tradierung / Nachforschung / Ambivalenz: Wo stehen die Nachkommen der Täterinnen und Täter in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus?«
Margit Reiter und Helga Hofbauer
im Anschluss an die Filmvorführung

Dienstag, 29. März 2011, 19.00 Uhr im Anschluss an die Filmvorführung von »Liebe Geschichte« im Filmhauskino findet ein moderiertes Publikumsgespräch statt: »Dokumentarfilme über die Auseinandersetzung mit NS-TäterInnenschaft – wie adressieren diese Filme ihr Publikum und formulieren darin Begriffe des Politischen?« mit Ruth Beckermann, Maren Grimm, Klub Zwei, Jakob Krameritsch, Kati Morawek u.a.

Preview bei Kino unter Sternen, 22. Juli Karlsplatz, Wien

Radiointerview von Florian Danhel für Radio orange 94.0

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Smashed to Pieces: Diagonale Festival of Austrian Film 2010 by Mina Lunzer

Der letzte Tag in Graz beginnt gut, Liebe Geschichte von Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser). Ein streng formal aufgebauter Film, der die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit unter dezidiert weiblicher Sicht zum Thema hat, das heißt nicht nur: Was ist die Auswirkung eines Nazi-Vaters auf Töchter, sondern auch das lange nicht behandelte Thema der weiblichen Täter. Bildlich steht für jedes Jahrzehnt, von den 1950er Jahren bis in die 2000er Jahre, ein architektonisch markantes Gebäude in Wien. Diese grandios photographierten Motive sind der Raum in dem jeweils auch ein kurzer geschichtlicher Kommentartext einen geschichtlichen Überblick gibt, und der Ort an dem jeweils eine der Frauen beim Interview sitzt. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld, das die Außen- und Innenwelt verbindet, und durch die Verbindung von Privatem mit Öffentlichem eine Allgemeingültigkeit des Gesagten entstehen läßt. (...) (Christine Dériaz, Das Ende naht, www.schnitt.de, 20.03.2010)

(...) Eine weitere Häufung weist die Diagonale in puncto jener dokumentarischen Arbeiten auf, die sich den Verwerfungen der österreichischen Geschichte widmen. Besonders bemerkenswert: Liebe Geschichte von Klub Zwei (Simone Bader, Jo Schmeiser), ein konzeptuell wie inhaltlich hochkonzentrierter Film, mit dem das Duo seine Untersuchung des Nationalsozialismus weiterführt, diesmal mit Fokus auf die Nachkommen von Tätern und Täterinnen. Die Hervorhebung der Geschlechterdifferenz ist hier bedeutsam, denn gerade die Rolle von Frauen während der NS-Zeit blieb in der Forschung lange vernachlässigt. In Liebe Geschichte sprechen nun Töchter über den hindernisreichen Prozess der Konfrontation mit der eigenen Familiengeschichte. Angeordnet werden diese Gespräche rund um markante Wiener Bauwerke der Nachkriegsgeschichte wie die Uno-City, die Kamerafrau Sophie Maintigneux nicht nur bestechend fotografiert hat, sondern die auch als Erinnerungspfeiler der offiziellen Politik und deren Auslassungen dienen. (Dominik Kamalzadeh, Verruchtes Texas, verdrängtes Wien, DER STANDARD/Printausgabe, 20./21.03.2010, Seite 26)

Texte (download):

Joachim Schätz für kolik, Daniela Ingruber für Malmö, Eva Simmler für kulturrisse

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